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Ausgabe 03/2019
Erneuerbare Energien

Monitor für 30 Jahre       

Eine neue Web-Anwendung vollzieht kartographisch nach, wie sich die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien in den vergangenen dreißig Jahren entwickelt hat – als Hilfsmittel für ein Monitoring der Energie­wende aus Naturschutzsicht. Der zugrunde liegende Datensatz wurde unter Leitung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Halle/Leipzig erarbeitet. Er umfasst nahezu alle bis 2015 in Deutschland errichteten Erneuerbare-Energien-Anlagen im Strombereich: Windenergie, Photovoltaik, Bioenergie und Wasserkraft.


Eine Reise in die Vergangenheit der erneuerbaren Energien erlaubt der Erneuerbare-Energien-Monitor
(Grafik: UFZ)

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Galten diese Anlagen lange Zeit per se als umweltfreundlich, treten mit zunehmendem Ausbau Auswirkungen auf Natur und Umwelt zu Tage: Vogel- und Fledermausschlag an Wind­energie­anlagen, Verdrängung seltener Tier- und Pflanzenarten, Verlust an Brach­flächen und Biodiversität durch Energie­pflanzen oder ein durch zusätzliche Hoch­spannungs­leitungen beeinträchtigtes Landschaftsbild.

Anders als fossile Großkraftwerke sind die Erneuerbare-Energien-Anlagen in großer Menge dezentral verteilt. Flächenverbrauch und räumliche Lage zu erfassen, sei daher wichtig, so das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, um die Wirkungen auf Natur und Landschaft zu verstehen. Der Erneuerbare-Energien-Monitor lieferte dazu detaillierte Daten: Berücksichtigt sind 24.475 Wind­energie­anlagen, 3.265 Photovoltaik-Freiflächenanlagen, 14.236 Bioenergie- und 7.153 Wasserkraft-Anlagen – insgesamt rund 60 Gigawatt installierte Leistung.

Die unter www.ufz.de/ee-monitor aufbereiteten Daten eröffnen neue Analysemöglichkeiten: Welche Landflächen – Wald, Acker, Wiese – werden besonders in Anspruch genommen? Rücken Windräder immer näher an Naturschutzgebiete oder Siedlungen heran? Das vom Bundesumweltministerium geförderte Forschungsvorhaben soll Stromerzeuger und Stromnetz in ihrer Auswirkung auf Naturschutz-Belange möglichst systematisch darstellen. Das Ziel: eine naturver­trägliche Energiewende 2050.  

bal/ufz